Wissenswertes

Bestäubungsleistung der Honigbiene

Die Honigbiene ist der wichtigste Bestäuber unserer Kulturpflanzen (bis zu 100%) und unserer Natur und Umwelt (bis zu 80%). Deshalb ist eine flächendeckende Bestäubung nur gewährleistet, wenn genügend Bienenvölker vorhanden sind und die Verteilung in der Fläche optimal ist.

Gerade für die, für die menschliche Ernährung hochwertigen Pflanzen, wie Obst und Gemüse, die mit ihren Ölen, Vitaminen und Spurenelementen für eine gesunde und ausgeglichene Erneährung sorgen, sind in hohem Maße von der Bestäubung der Bienen und Insekten abhängig. Bis vor einigen Generationen war das Vorkommen der Honigbiene und somit ihrer Dienste an der Allgemeinheit selbstverständlich. Nahezu jeder hat einen Großvater, der ein Bienenhaus hatte. Es gab kaum einen Bauernhof, auf dem nicht ein paar Bienenvölker mitbetreut wurden.

Wie funktioniert die Bestäubung?

Beim Sammeln von Nektar und Pollen fliegen Bienen von Blüte zu Blüte. Dabei bleibt Pollen an ihrem Körper haften und wird auf die nächste Blüte übertragen. Dieser Prozess ermöglicht die Befruchtung der Pflanzen, sodass sie Samen und Früchte ausbilden können.

Bestäubung ist ein natürlicher Kreislauf:
✅ Bienen erhalten Nahrung aus den Blüten (Nektar und Pollen).
✅ Pflanzen profitieren von der Bestäubung und können sich vermehren.
✅ Tiere und Menschen profitieren von den Früchten und Samen.

Warum sind Bienen so effektive Bestäuber?

🐝 Gezielte Blütenbesuche – Bienen fliegen systematisch eine Pflanzenart an, bevor sie zur nächsten wechseln.
🐝 Hohe Anzahl an Flügen – Eine einzelne Biene kann bis zu 1.000 Blüten pro Tag bestäuben.
🐝 Große Bienenvölker – Ein Volk mit 50.000 Bienen bestäubt Millionen von Blüten täglich.

Bedeutung für die Landwirtschaft

Bienen bestäuben etwa 80 % aller Nutzpflanzen, darunter viele Obst- und Gemüsesorten. Ohne sie würden Erträge und Qualität vieler Lebensmittel sinken.

🍎 Obstbäume (Äpfel, Kirschen, Birnen, Pflaumen)
🌻 Ölpflanzen (Raps, Sonnenblumen)
🥒 Gemüse (Tomaten, Gurken, Kürbisse)
🌰 Nüsse (Mandeln, Haselnüsse)

Die wirtschaftliche Bedeutung der Bestäubung ist enorm: Studien zeigen, dass der weltweite Wert der Bestäubungs-leistung hunderte Milliarden Euro beträgt.

Bestäubungsleistung der Bienen:

  • Apfel: 65 % Mehrertrag und gut geformte Äpfel
  • Erdbeeren: Ertragssteigerung um bis zu 100%
  • Himbeeren: Ertragssteigerung um bis zu 70%
  • Kirschen: 70% mehr Fruchtansatz

Diese liste könnte noch um viele Früchte und Gemeüsesorten erweitert werden.

Bestäubung und biologische Vielfalt

Nicht nur Nutzpflanzen, sondern auch wildlebende Pflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Ohne Bienen gäbe es weniger Blumen, Kräuter und Samen – das würde ganze Ökosysteme verändern und Nahrungsketten stören.

🐦 Vögel und andere Tiere, die sich von Samen und Früchten ernähren, wären betroffen.
🐞 Viele Insekten würden ihre Nahrungsgrundlage verlieren.
🌿 Die Vielfalt an Pflanzenarten würde drastisch abnehmen.

Ohne Bienen keine Bestäubung – und ohne Bestäubung keine reiche Ernte. Die kleinen Insekten leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Umwelt, Wirtschaft und Ernährung. Ihr Schutz ist daher eine dringende Aufgabe für uns alle!

🐝 Schütze die Bienen – für eine blühende Zukunft!

Pflanzen für Honigbienen

Bienen sind essenziell für unser Ökosystem, da sie einen großen Teil der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen übernehmen. Um den fleißigen Bestäubern Nahrung zu bieten, ist es wichtig, bienenfreundliche Blühpflanzen anzupflanzen. Hier sind einige der besten Pflanzen, die Bienen anlocken und ihnen wertvolle Nektar- und Pollenquellen bieten:

Blühpflanzen für Bienen: Ein Paradies für Bestäuber

Frühblühende Pflanzen

Bereits im Frühjahr benötigen Bienen Nahrung. Diese Pflanzen sind besonders wichtig:

  • Krokusse (Crocus) – Eine der ersten Nektarquellen im Jahr.
  • Schneeglöckchen (Galanthus) – Blüht oft schon im späten Winter.
  • Winterling (Eranthis hyemalis) – Liefert Pollen in der kalten Jahreszeit.
  • Weide (Salix) – Bietet besonders viel Pollen im Frühjahr.

Sommerblühende Pflanzen

Im Sommer gibt es eine große Vielfalt an bienenfreundlichen Blühpflanzen:

  • Lavendel (Lavandula) – Hoher Nektargehalt, duftend und beliebt bei Bienen.
  • Sonnenblume (Helianthus annuus) – Reiche Pollen- und Nektarquelle.
  • Phacelia (Phacelia tanacetifolia) – Eine wahre Bienenweide.
  • Salbei (Salvia) – Eine ergiebige Nahrungsquelle.

Spätblühende Pflanzen

Im Herbst wird es schwieriger für Bienen, Nahrung zu finden. Diese Pflanzen helfen:

  • Herbstaster (Aster) – Bietet bis in den späten Herbst hinein Nahrung.
  • Efeu (Hedera helix) – Eine der letzten Nektarquellen des Jahres.
  • Fetthenne (Sedum) – Spendet spät im Jahr wertvollen Nektar.
  • Goldrute (Solidago) – Lockt viele Insekten im Herbst an.

Tipps für einen bienenfreundlichen Garten

  • Verwende heimische Pflanzen, da sie besser an die Bedürfnisse der einheimischen Bienen angepasst sind.
  • Pflanze eine Vielfalt an Blumen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen.
  • Verzichte auf chemische Pestizide, da sie schädlich für Bienen sind.
  • Lasse einige Wildblumen stehen, da sie eine natürliche Nahrungsquelle sind.

Mit der richtigen Auswahl an Blühpflanzen kannst du aktiv zum Schutz der Bienen beitragen und gleichzeitig deinen Garten in ein blühendes Paradies verwandeln.

Gehölze für Bienen – Wichtige Nahrungsquellen im Jahresverlauf

Bienen benötigen das ganze Jahr über ein reichhaltiges Blütenangebot. Besonders wichtig sind blühende Gehölze, da sie oft große Mengen an Nektar und Pollen liefern. Sträucher und Bäume spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz und Lebensraum für zahlreiche Insekten bieten.


1. Warum sind Gehölze für Bienen wichtig?

🌿 Hohe Nektar- und Pollenproduktion – Gehölze blühen oft massenhaft und bieten reichlich Nahrung.
🐝 Lange Blühdauer – Unterschiedliche Gehölze versorgen Bienen von Frühling bis Herbst.
🏡 Strukturreiche Lebensräume – Bäume und Sträucher bieten Unterschlupf für Wildbienen und andere Insekten.


2. Bienenfreundliche Gehölze nach Jahreszeit

🌸 Frühblüher – Erste Nahrung im Frühjahr

Diese Gehölze sind besonders wichtig, da sie den Bienen nach dem Winter die erste Nahrung liefern.

  • Weide (Salix spp.) – Sehr nektar- und pollenreich, blüht früh im Jahr.
  • Hasel (Corylus avellana) – Erste wichtige Pollenquelle im Februar/März.
  • Schlehe (Prunus spinosa) – Blüht im März/April, wertvoll für Wildbienen.
  • Kornelkirsche (Cornus mas) – Gelbe Blüten im zeitigen Frühjahr, liefert viel Nektar.

🌿 Sommerblüher – Hauptnahrung in der Bienenhochzeit

Während der warmen Monate benötigen die Bienen reichhaltige Nektarquellen.

  • Apfelbaum (Malus domestica) – Beliebte Nektarquelle für Honig- und Wildbienen.
  • Linde (Tilia spp.) – Produziert massenhaft Nektar, besonders beliebt bei Bienen.
  • Robinie (Robinia pseudoacacia) – Hohe Honigleistung, blüht im späten Frühjahr.
  • Himbeere & Brombeere (Rubus spp.) – Reich an Nektar und Pollen, fördert lange Sammelzeiten.

🍂 Herbstblüher – Letzte Nahrungsquelle vor dem Winter

Vor der kalten Jahreszeit sammeln Bienen noch letzte Vorräte.

  • Efeu (Hedera helix) – Wichtige Spättracht für Bienen im September/Oktober.
  • Wilde Karde (Dipsacus fullonum) – Blüht bis in den Herbst, lockt viele Bestäuber an.

3. Tipps für einen bienenfreundlichen Garten mit Gehölzen

Vielfalt pflanzen – Gehölze mit unterschiedlicher Blütezeit kombinieren.
Keine exotischen Zuchtformen – Besser heimische Arten wählen, da sie nahrhafter sind.
Ungefüllte Blüten bevorzugen – Nur offene Blüten bieten Bienen Pollen und Nektar.
Wildhecken anlegen – Mischungen aus verschiedenen Gehölzen schaffen wertvolle Lebensräume.


Fazit

Bienenfreundliche Gehölze sind eine wertvolle Ergänzung für Gärten, Streuobstwiesen und öffentliche Grünflächen. Sie bieten Nektar, Pollen und Lebensraum über das ganze Jahr hinweg und tragen damit maßgeblich zum Schutz der Bestäuber bei.

🐝 Pflanze bienenfreundliche Gehölze – für eine summende Zukunft! 🌳