Honige
Österreichischer Honig – der eingefangene Sonnenschein
Honig ist das wohl bekannteste Bienenprodukt und wohl eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschheit. Er kann die unterschiedlichsten Eigenschaften und Farben besitzen. Vom lichten, hellen Akazienhonig, über den goldenen Rapshonig bis hin zum dunklen, bernsteinfarbenen Waldhonig reicht das weite Spektrum.
Dabei bergen nicht nur die verschiedensten Jahreszeiten unterschiedliche Sorten, es gibt auch unterschiedlichste Konsistenzen: flüssig, cremig und fest.
Honigarten
Wir sind in unserer Region mit einer besonders großen Vielfalt von Honigen gesegnet und es gibt viele verschiedene Honigsorten. Ob Linde oder Löwenzahn, Sonnenblume bis hin zu Waldhonige. Da fällt die Wahl schwer. Und doch ist all diese Vielfalt ebenso in den Wald- und Blütenhonigen zu finden.
- Blütenhonig: Honig von Nektar aus Blüten
- Waldhonig: Honige von sogenanntem Honigtau von Nadelbäumen
- Blatthonig: Honige aus Honigtau verschiedener Laubbäume
- Blüten- mit Waldhonig: Mischung aus Blüten und Wald oder Blatthonig
- Honig mit Früchten oder anderen Zutaten wie z.B. Nüssen
Inhaltsstoffe
- In echtem, naturbelassenem Bienenhonig wurden bisher über 187 Inhaltsstoffe wissenschaftlich nachgewiesen.
- Mehr als 20 verschiedene Zuckerarten (v.a. Frucht- und Traubenzucker) Enzyme, Aminosäuren, Aroma- und Durftstoffe, Cholin und cholinergene Substanzen (Cholin ist eine quartäre Ammoniumverbindung, die für den Menschen ein semiessentieller Nährstoff ist), Pollen, Vitamine, Mineralstoffe,Spurenelemente, Flavonoide, Terpentene, Tannine und Inhibine (antibakterielle Substanzen) machen Honig für die menschliche Ernährung so wertvoll.
- Die zahlreichen Wirkstoffe liegen in einem ausgewogenen Verhältnis vor, was entscheidend für eine optimales Stoffwechselgeschehen ist.
Lagerung und Kristallisieren
Echter naturbelassener flüssiger Honig muss kristallisieren, d.h. es ist ein natürlicher Vorgang, das sich mit der Zeit Zuckerkristalle bilden. Bei richtiger Lagerung wird Honig nicht schlecht. Auch bei Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist das Naturprodukt in der Regel weiterhin genießbar. Das Gesetz schreibt für jedes Lebensmittel ein Mindesthaltbarkeitsdatum vor. Bei Honig beträgt es zwei Jahre nach Abfüllung. Forschungsergebnisse beweisen, dass Honig bei der richtigen Lagerung sogar darüber hinaus haltbar ist. Der Wasseranteil entscheidet in erster Linie über die Haltbarkeit des Naturproduktes.
Folge diesen Tipps:
- Honig „auftauen“: Sollte Honig kristallisieren, dann kann Honig mit 39 Grad C im Backrohr oder im Wasserbaud wieder verflüssigt werden.
- Honig sollte bei Zimmertemperatur und dunkel gelagert werden.
- Unsachgemäße Handhabe verursacht Gärung: Bei unsachgemäßer Handhabe oder unsauberer Abfüllung kann Honig gären. Er enthält dann einen alkoholischen, sehr fruchtigen Geschmack und bildet Blasen. Gegorener Honig ist nicht gesundheitsschädlich. In einigen Kulturen gilt er sogar als Delikatesse. Er bildet die Grundlage für Honigwein und eignet sich weiterhin zum Backen. Man sollte bei der Entnahme von Honig immer einen sauberen Löffel verwenden. Auch die richtige Lagerung verhindert Gärprozesse des Naturprouktes.

Propolis
Das Kittharz der Bienen
Für die Produktion von Propolis sammeln Bienen von verschiedenen Pflanzen (v.a. Knospen und Baumrinden) Harze und Balsame und reichern diese mit körpereigenen Sekreten und Wachs an.
Verwendung im Bienenvolk
- Propolis wird als Bau-, Reparatur-, Isolations- und vor allem Sterilisierungsmaterial verwendet.
- Das viren-, bakterien- und pilzhemmende Propolis schützt das Bienenvolk vor Krankheitskeimen. Eindringlinge, die zwar abgetötet aber nicht aus dem Stock geräumt werden können, werden mit Propolis umhüllt. Diese Mumifizierung verhindert eine Zersetzung des toten Tieres.
Herstellung von Propolis
- Das Rohpropolis wird aus dem Bienenvolk geerntet und gereinigt und in Alkohol gelöst. Es steht dann als Tinktur zur Verfügung.
- Die Propolis-Tinktur kann direkt in Tropfenform oder auch als Zugabe bei der Herstellung von Salben verwendet werden. Es gibt auch Rezepte, bei denen Propolispulver direkt in die warme Salbenmischung aus Ölen und Bienenwachs eingerührt wird.
Die wichtigsten Wirkungen
Propolis hat gesundheitsfördernden Nutzen – doch sollte die Anwendung immer auch mit einem Arzt besprochen werden. Es stellt ein sehr potentes Nahrungsergänzungsmittel dar, das eine bestehende Therapie aber nur ergänzen kann.
Ganz allgemein wirkt Propolis immunkräftigend. In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass Propolis einen Einfluss auf die Immunantwort der Zellen hat. Gleichzeitig wirkt es auch antimykotisch, das bedeutet gegen Pilzerkrankungen. Folge diesen Tipps:
- Es wird als das älteste natürliche Antibiotikum bezeichnet und hat als solches nicht nur bakterizide (gegen Bakterien), sondern auch fungizide (gegen Pilze) und virozide (gegen Viren) Wirkung.
- Propolis wirkt antibakteriell. Gerade bei Halsentzündungen wirkt es doppelt: Die entzündungshemmende Wirkung kann die Symptome von Rachenentzündungen lindern und die antibakterielle Wirkung hilft dem Körper, den bakteriellen Herd zu reduzieren. Gerade die wundheilende und entzündungs-hemmende Wirkung macht Propolis gegen Verbrennungen, Wunden und Erkältungen so hilfreich.

Bienengift
Bestandteil der Apitherapie
Ein wesentlicher Bestandteil in der Apitherapie ist das Bienengift. Dieses wird auch Apitoxin (von Lat. apis – Biene und Altgriech. Τοξικόν, toxikón – Gift) genannt. Es kann ausschließlich unter Aufsicht eines Arztes eingesetzt werden!
Das Gift führt die Biene im Stachelapparat. Es handelt sich dabei um ein Gemisch, unter anderem aus Proteinen, Aminosäuren, verschiedensten Enzymen, Peptiden, Pheromonen und sogar Mineralstoffen bestehend.
Wer gestochen wird, muss mit einer Schwellung und Schmerzen rechnen. Allergikern droht ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock, der tödlich sein kann. Sowie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Juckreiz, Schüttelfrost, Atemnot oder starke Schwellungen auftreten bitte sofort einen Notarzt verständigen.
Wirkungen
- Die Apitherapie nutzt dieses Gift jedoch um zum Beispiel die körpereigene Cortisonbildung anzukurbeln. Cortisol wirkt entzündungshemmend, ist ein wichtiges Stresshormon und stärkt die Immunkräfte.
- Es wird gegen Gürtelrose, rheumatischen Beschwerden, chronischen Schmerzen, chronischer Müdigkeit, Multipler Sklerose, Parkinson und Alzheimer eingesetzt. Ebenso gegen bestimmte Krebsarten, die Nieren, Lunge, Leber, Prostata, Harnblase, Brust oder das Blut angreifen. Es wirkt generell antibakteriell und entzündungshemmend. Außerdem hat es eine blutdrucksenkende Wirkung,
- Auch dient es kosmetischer Natur und wird zur Verjüngung der Haut eingesetzt, da es die Durchblutung fördert und zur Collagenbildung anregt. Anstatt es wie Botox zu spritzen, wird meist eine Salbe aufgetragen.
Inhaltsstoffe
Bienengift besteht aus 7 nachgewiesenen Komponenten
- Melittin (enthält 26 Aminosäuren)
- Apamin (enthält 18 AMinosäuren)
- 2 basische Polypeptide
- Phospholiphase A
- Hyaluronidase-Enzyme
- Histamin

Bienenwachs
Das Baumaterial der Bienen
Bienenwachs wird in den Wachsdrüsen der Biene erzeugt und im Bienenvolk als Baustoff und Lagergefäß verwendet.
Zusammensetzung
- Es besteht aus Fettsäuren, die mit höheren Alkoholen verestert sind.
- Bienenwachs enthält neben Propolis auch Farb- und Aromastoffe sowie eine relativ große Menge an Vitamin A, das für Wachstum und den Sehvorgang unentbehrlich ist.
Verwendung
- Um die förderlichen Wirkstoffe herauszulösen, wird Bienenwachs (vorzugsweise das Entdeckelungswachs) so lange wie möglich im Mund gekaut.
- Es wird aber auch als duftendes Kerzenwachs, in der Salbenherstellung und kosmetischen Industrie wunderbar eingesetzt.
Eigenschaften
- Bienenwachs wirkt gegen Bakterien und Pilze. Die Wirkung gegen viele Bakterienarten und Schimmelpilze ist sogar medizinisch bewiesen , weswegen Wachstücher gerade in der Küche eine Bereicherung darstellen. Eingewickeltes Essen verdirbt nicht so leicht.
- In der Hautpflege ist es in Cremen vor allem bei trockener bis spröder und rissiger Haut geeignet. Hier bildet das Wachs einen Film auf der Hautoberfläche. Bei normaler bis fettiger Haut kann der Talg trotz dieses Films abfließen, doch gefühlt ist es dann manchmal einfach „zu viel“ auf der Haut.
- Für sensible Hauttypen ist Bienenwachs sehr empfehlenswert, da es sehr verträglich ist. Bienenwachs ist für eine stabile Hautbarriere verantwortlich und besitzt regenerierenden Effekt. Es ist fettlöslich und sorgt für eine feuchtigkeitsbewahrende Wirkung in der Haut. Dadurch ist auch ein gewisser Anti-Aging-Effekt gegeben, denn die Haut wird vor Kälte, Trockenheit und Sonne geschützt, die unsere Haut verstärkt altern lassen können.


Gelée Royale
Der königliche Futtersaft
Ein wertvolles Produkt der Natur
Gelée Royale wird im Schlunddrüsensystem der Ammenbienen produziert, es ist ein weißlich, perlmuttartiges Produkt mit süß-säuerlichem Geschmack. Nur Bienenlarven, aus denen sich eine Bienenkönigin entwickeln soll, werden ausschließlich mit Gelee Royale versorgt.
- Gelée Royale hat auf viele Erneuerungsprozesse im Körper eine stimulierende Wirkung und wird auch gerne in der Naturkosmetik verwendet.
- Es wirkt auch nachgewiesenermaßen hormonstabilisierend, da es Gleichgewicht des Hormongehaltes im Blut wiederherstellt, indem es follikelstimulierende Hormone (FSH) reduziert und den Östrogengehalt steigert. So wird es bei Beschwerden in der Menopause und bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) angewandt.
- Auch wirkt es fruchtbarkeitssteigernd: Gelée Royale kann nachweislich die Qualität der Eizellen verbessern.
Blütenpollen
Ein wertvolles Produkt der Natur
Blütenpollen bestehen aus unzähligen Mikrosporen, die den männlichen Samen der Blüte darstellen. Er ist das „Brot der Bienen“ und als solches die einzige Eiweißquelle. Ein Bienenvolk benötigt pro Jahr bis zu 35 kg Blütenpollen – eine unglaubliche Menge. Typisch für das Sammeln von Pollen sind die Pollenhöschen an den Hinterbeinchen der Bienen.
Perga, auch Bienenbrot genannt, ist fermentierter Pollen. Dieser besteht aus mit Propolis überzogenen Pollenkörnern. Im Gegensatz zu frischem Pollen, ist Perga daher länger haltbar.
Inhaltsstoffe
- Blütenpollen bestehen aus reduzierten Zuckerarten (ca. 20%), Proteinen (ca. 22%), 20 bis 22 essentiellen Aminosäuren (12%),
- einem breiten Spektrum an Mineralstoffen und Spurenelementen: Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Silizium, Phosphor, Schwefel, Mangan, Chlor und
- nahezu allen Vitaminen: B1 bis B12, C, D, E, Provitamin A.
- Ebenso sind die Fermente Phosphatasae, Amylase, Saccharase, Rutin sowie antibiotische Substanzen und Hormone enthalten.
Pollenkur
- 3-4 Wochen lang täglich 10 bis 25 Gramm Blütenpollen in Milch, einem Getränk oder mit dem Müsli einnehmen.
Wirkungen
- Die Inhaltsstoffe des Pollen spielen eine wichtige Rolle bei den Stoffwechselvorgängen der Zelle.
- Blütenpollen fördern die natürliche Regeneration des Körpers,
- steigern die körperliche und geistige Leistungsbereitschaft und
- unterstützen die Entgiftungsfunktion der Leber.

Met
Honigwein
Met oder auch Honigwein ist ein alkoholisches Getränk, das aus Honig, Wasser, Gärhefe und teilweise auch Gewürzen und Früchten besteht.
Geschichte
- Das Wort „Met“ hat indogermanische Wurzeln (*medhu-) und bedeutet „berauscht“ oder auch „Honig“. Es gibt ihn wohl schon seit der Jungsteinzeit und er wurde an mehreren Plätzen „erfunden“. Eine der ältesten bekannten Funde für Met stammt aus der nordchinesischen Provinz Henan. Dort wurden Keramikgefäße entdeckt, in denen etwa 7.000 v. Chr. eine Mischung aus Bier, Wein und Met gelagert wurde. Auch gibt es Restproben von Met aus Keramiken der europäischen Glockenbecherkultur (ca. 2.800–1.800 v. Chr.).
- In vielen Kulturen hatte er eine wichtige Bedeutung im Ritus. So ist er etwa in der altindischen Rigveda als Trank beschrieben, den die mythischen Zwillinge Dasra und Nasatya trinken. Bei den Aufzählungen der Geschenke, die die Königin von Saba dem weisen König Salomon im 10. Jahrhundert v. Chr. bringt, wird auch Tej genannt, ein äthiopischer Honigwein. In der griechischen Welt opferte man das melikraton, eine Art Milch-Honigwein. Bei den Römern gab es den mulsum, Gewürzwein, der mit Met gemischt wurde, und auch als Opfer an die Götter diente. Für die Germanen holte, laut Edda, Odin bei den Riesen den heiligen Met. Die mythologische Keltenkönigin Medb verdankt dem berauschenden Getränk ihren Namen..
Inhaltsstoffe
Ob dunkel oder hell ist dabei völlig egal. Denn die Farbe ist kein Zeichen von guter oder schlechter Qualität, sondern abhängig davon, welcher Honig zur Herstellung verwendet wurde.
Honiglikör
Oft wird Honiglikör auch als Bärenfang bezeichnet. Es handelt sich dabei meist um einen Ansatzschnaps, bei dem Alkohol mit Honig und Gewürzen versetzt wird. Dabei verbindet sich der Alkohol mit dem feinen Honiggeschmack und löst auch die Aromen der Gewürze aus.

